Sheltie News - Online
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für Sheltieliebhaber
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Sheltie News Gesundheit
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Distichiasis
Ganz kurz erklärt, handelt es sich dabei um eine angeborene Haarwuchsanomalie
des Lidrandes (= doppelte Wimpernreihe), die bei vielen Rassen, eben auch
beim Sheltie, nicht selten vorkommt. Dabei entspringen sehr feine und kurze
Härchen (= Distichien) (es können durchaus mehrere sein) hornhautwärts
am inneren Lidrand den Ausführungsgängen der Meibomschen Drüsen,
die normalerweise keine Haare produzieren. Es können sich bräunliche
Sekretspuren in der Nasen- und Augenfalte (=> unterschiedlich stark tränende
Augen) bedingt durch Reizzustände an der Hornhaut bilden, die z.B.
u.a. Konjunktivitis (= Entzündung der Bindehaut) oder Keratitis (=
Hornhautentzündung) entstehen lassen. Die Behandlung ist sehr schwierig
und die Notwendigkeit von Patient zu Patient unterschiedlich. Anfänglich
wird wahrscheinlich erst mal versucht, mechanisch, durch Epilation (= Haarentfernung)
mit einer Wimpernpinzette, dem Übel entgegen zu wirken. Dies erfordert
schon eine Narkose oder die maximale Kooperation des Patienten. Meist ist
dies jedoch nur vorübergehend erfolgreich, da die Haare fast immer
wieder nachwachsen. Operative Maßnahmen sind dann angesagt, indem
z.B. durch Einführung feinster Nadelelektroden jeweils im Ausführungsgang
der betreffenden Drüse die Wurzel elektrisch zerstört wird. Bei
reihenweiser Anordnung der Härchen wird durch lokale und dosierte
Einwirkung tiefer Temperaturen (= Kryotherapie) eine Verödung der
Wurzeln bewirkt. Es sind auch noch andere chirurgische Maßnahmen
möglich (u.a. Herausschneiden der Haarwurzeln). Leider sind selbst
diese teueren Techniken nicht immer von Erfolg gekrönt, denn obwohl
die Haarwurzeln dieser Distichien zerstört werden, heißt das
ja nicht, dass nicht andere an einer anderen Stelle wachsen können.
Bei Hans G. Niemand / Peter F. Suter - Praktikum der Hundeklinik - wird
die Distichiasis als familiäre Anomalie mit autosomaler Dominanz angegeben.
Ganz lapidar wird dort erwähnt, dass Merkmalsträger von der Zucht
auszuschließen sind. Das bringt uns zum Thema "Shelties halten ist
nicht schwer, Shelties züchten dagegen..." (siehe Sheltie News
Nr. 21, S. 4) zurück. Um wirklich soweit zu gehen, wäre es wohl
sinnvoll, erst einmal zu erfahren, wie "stark" der Sheltie wirklich betroffen
ist. Viele Sheltiebesitzer werden das Problem Distichiasis bei ihrem Hund
evtl. erkannt haben oder ärgern sich über die tränenden
Augen (Es gibt aber außer Distichiasis mehrere andere Ursachen wie
z.B. verstopfte Tränenkanäle oder gar Allergien dafür.)
ihres Shelties? Vielleicht sollten wir dieses Problem wirklich einmal offen
und ehrlich in Angriff nehmen? Warum melden sich nicht die Betroffenen,
geben ihre Erfahrungen, diskutieren wir es auf Züchtertagungen und
anderen Treffen, sammeln Daten, um zu erkennen wie weit verbreitet es schon
in unserer Rasse ist, ziehen halt an einem Strang, um es zu bekämpfen?
Zeigen wir doch, dass wir keine Angst haben, auch mal die Schwächen
unserer Hunde aufzudecken, ohne nur mit dem Finger auf Andere zu zeigen
oder Wissen für uns allein zu behalten. Wäre das nicht ein Anfang
und einen Versuch wert?
